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Mythen und Fakten rund um die Grippeimpfung

Grippeimpfung einer älteren Frau

Hohes Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen und Appetitlosigkeit: Das sind die ersten typischen Symptome der Grippe, die jeden Herbst und Winter viele Menschen zur Bettruhe zwingt. Die Grippeschutzimpfung, die jedes Jahr idealerweise im Oktober oder November durchgeführt werden sollte, ist die effektivste Präventionsmaßnahme.

Irrtümer reduzieren Impfbereitschaft

Beim Thema Grippeschutzimpfung kursieren unzählige Halbwahrheiten und Fehlinformationen, die die Impfbereitschaft reduzieren. Dabei fordert die Grippe in Österreich jedes Jahr rund 1.000 Todesfälle und kostet somit mehr Menschen das Leben als der Straßenverkehr.

Hier sind die wichtigsten Mythen zur Grippeimpfung im Faktencheck:

  • „Grippeimpfungen sind überflüssig, da die Grippe mit Antibiotika behandelt werden kann.“
    Influenza ist eine Erkrankung, die durch Viren ausgelöst wird. Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Infektionen, nicht aber bei Influenza und anderen viralen Infektionen.

    „Influenza ist nur für ältere Menschen gefährlich.“
    Zu den Risikogruppen, die sich jedenfalls gegen Influenza impfen lassen sollen, zählen Menschen ab 60 Jahren, Patienten mit chronischen Erkrankungen, Schwangere, Menschen mit besonderer beruflicher Gefährdung wie Pflegepersonal oder Betreuer von Menschen mit erhöhtem Risiko.

    Für gesunde Menschen mit starkem Immunsystem ist die Wahrscheinlichkeit, an Grippe zu erkranken, eher gering. Trotzdem stellt die echte Grippe eine Belastung für den Organismus dar. Deshalb ist die Impfung generell jedem zu empfehlen. Gerade wenn alte und chronisch kranke Personen in einem Haushalt leben, sollen alle Familienmitglieder geimpft sein, damit die Erkrankung nicht übertragen werden kann. Besonders Kinder sind für die Infektionsverbreitung verantwortlich, daher ist die Influenzaimpfung von Kindern auch wirksam, um die Ausbreitung der Erkrankung zu verlangsamen oder sogar zu blockieren.

    Tipp: Für Kinder gibt es den Impfstoff in Form eines Nasensprays, so ist das Verabreichen besonders einfach. Private Krankenversicherungen wie UNIQA übernehmen in der Regel die Kosten für die Impfung und den Impfstoff.

    „Man kann trotz Grippeimpfung erkranken.“
    Der verabreichte Influenza-Impfstoff wirkt nur gegen die vorherrschenden Virustypen. Denn die Influenzaviren verändern immer wieder ihre Form. Jedes Jahr identifizieren Experten der Weltgesundheitsorganisation die momentan verbreitete Art der Grippeviren, gegen die dann gezielt Impfstoffe hergestellt werden. Dies kann bis zu neun Monate dauern. Daher ist es möglich, dass sich gerade kursierende Grippeviren von jenen unterscheiden, gegen die der aktuelle Impfstoff  wirkt. Die Impfung schützt demnach nicht jedes Jahr gleich gut vor einer Infektion. Nach der Impfung dauert es zudem etwa 10 bis 14 Tage, bis der Körper einen ausreichenden Schutz vor einer Ansteckung aufgebaut hat. Der Grippeimpfstoff schützt auch nicht vor grippalen Infekten und Erkältungen. 

    „Gestillte Kinder müssen nicht geimpft werden, da sie die Abwehrstoffe über die Muttermilch erhalten.“
    Tatsächlich werden schon während der Schwangerschaft über den Blutkreislauf Antikörper auf das ungeborene Kind übertragen, weshalb es sinnvoll ist, bereits vor einer Schwangerschaft den eigenen Impfstatus zu aktualisieren. Mit der Muttermilch erhält das Baby weitere Abwehrstoffe. Man spricht vom sogenannten Nestschutz, der jedoch nur in den ersten Lebensmonaten das kindliche Immunsystem unterstützt. Er ist allerdings nicht umfassend genug, um gegen bestimmte Infektionen zu schützen. Hinzu kommt: Die Mutter kann auch nur Antikörper gegen Krankheiten weitergeben, die sie entweder selbst durchgemacht hat oder gegen die sie geimpft ist. Zusätzlich ist die Impfung der Mutter während der Schwangerschaft gegen Influenza sowie ein aktueller Impfschutz gegen Keuchhusten (Pertussis) ausdrücklich empfohlen.

    „Das Immunsystem des Kindes wird durch die vielen Impfungen und Mehrfachimpfungen überfordert.“
    Kinder werden heute im Vergleich zu früher mit deutlich weniger Impfantigenen konfrontiert: In den 1980er Jahren wurden Kindern mit den damals verwendeten Impfstoffen etwas mehr als 3.000 Antigene verabreicht. 2015 sind es durchschnittlich etwas mehr als 200 Antigene in den heute verwendeten Impfstoffen. Wenn man von der durchschnittlichen Anzahl von B-Zellen im Blut, die an der Immunantwort auf Impfstoffe maßgeblich beteiligt sind, ausgeht, so könnte das Immunsystem kapazitätsmäßig auf 10.000 Impfstoffe gleichzeitig effektiv antworten und einen Schutz bilden.

    „Impfungen verursachen Krankheiten, gegen die sie schützen sollen.“
    Die in Österreich verwendeten Grippeimpfstoffe sind inaktiviert und lösen daher keine Influenza aus. Die Influenzaimpfung ist meistens gut verträglich. Nach einer Impfung können jedoch generell Fieber, Übelkeit, Müdigkeit sowie Schwellungen oder Rötungen an der Injektionsstelle auftreten.

    Bestimmte Impfstoffe  – z. B. der Masernimpfstoff – können krankheitsähnliche Symptome hervorrufen. Eine voll ausgeprägte Krankheit entwickelt sich jedoch praktisch nie. Bekanntestes Beispiel sind die sogenannten „Impfmasern“, bei der es nach einer MMR-Impfung bei etwa 2% aller Geimpften zu einem masernartigen Hautausschlag kommt, der aber nicht ansteckend ist und sehr mild verläuft. Es gibt keine Hinweise darauf, dass “Impfmasern” lebensbedrohliche Komplikationen verursachen, wie sie bei einer echten Maserninfektion auftreten können.

    „Argumente für das Impfen sind Propaganda der Pharmaindustrie.“
    Der österreichische Impfplan wird jährlich vom Bundesministerium für Gesundheit in enger Zusammenarbeit mit den Experten des Nationalen Impfgremiums überarbeitet. Er basiert auf den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gibt evidenzbasierte Empfehlungen.

In Zusammenarbeit mit UNIQA MedPlus24service

Ärzte-Hotline für Gesundheitsfragen

Überfüllte Wartezimmer und Termindruck: Von der Zeit, die man beim Arzt verbringt, dauert das Gespräch mit dem Mediziner selbst oft nur ein paar Minuten. Da bleiben viele Fragen offen, Befunde werden nicht ausführlich besprochen, die Medikamenteneinnahme nicht richtig verstanden. Viele Patienten sind verunsichert und möchten ein ausführliches Gespräch. Unser Ärzteteam vom Medizinischen Kompetenzzentrum nimmt sich für Ihre Sorgen Zeit und beantwortet Ihre Fragen.