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Basaliom

Das Basaliom (Basalzellkrebs, Basalzellkarzinom) ist mit 70 weiblichen Erkrankten pro 100.000 Einwohner und 100 männlichen Erkrankten pro 100.000 Einwohner in Nordeuropa der häufigste nicht gutartige Hauttumor. Sein Auftreten steigt mit dem Lebensalter, jedoch kommt es bei Personen unter 40 Jahren kaum vor. Bei 30 Prozent der Patienten findet sich bei der Diagnose bereits ein weiteres Basaliom.

Ein Basaliom hat teils bös- und teils gutartige Wachstumseigenschaften und wird daher auch als semimaligne ("halb bösartig") bezeichnet. Wie alle bösartigen Tumoren zerstört es bei seinem Wachstum das umliegende Gewebe und kann von der zunächst betroffenen Haut aus in Knochen, Muskeln und Bindegewebe einwachsen. Aus diesem Grund ist rechtzeitiges Erkennen und frühzeitige Behandlung notwendig. Anders als bösartige Krebserkrankungen streut das Basaliom aber fast nie in andere Körperregionen oder Organe, d. h. es bildet keine Metastasen.

Der UVB-Anteil der Sonnenstrahlung gilt als Hauptauslöser eines Basalioms. Hierbei spielt ausgiebiges Sonnenbaden ohne Sonnenschutzmittel oder ohne Hautbedeckung durch Kleidung eine entscheidende Rolle. Sehr viel seltener wird ein Basaliom durch dauerhaften Kontakt mit Chemikalien (z. B. Arsen, Teer) verursacht.

Wie wird ein Basaliom erkannt?

Basaliome treten in unterschiedlichsten Ausprägungen auf.

Die Veränderungen durch ein Basaliom sind sehr vielfältig. Anfänglich treten z. B. kleine, von Blutgefäßen durchzogene Hauterhabenheiten auf, die im weiteren Verlauf an Größe zunehmen. Später kommt es häufig zu zentralen Vertiefungen oder Geschwüren mit Randwall, typischerweise mit kleinsten Knötchen, die wie Perlen aneinander gereiht sind ("perlschnurartiger Randwall"). Die Geschwüre verkrusten häufig und es können immer wieder Blutungen auftreten.

Wo treten Basaliome vornehmlich auf?

Weil Sonnenbestrahlung die Entstehung von Basaliomen fördert, treten die Tumoren meist in den Körperregionen auf, die dem Sonnenlicht besonders häufig und intensiv ausgesetzt sind. Es sind die so genannten "Sonnenterrassen des Körpers" wie die Nase, Ohren, Stirn und bei Männern auch die Glatze sowie Kinn, Brüste, Rücken, Lippen und Schulter.

80 Prozent der Basaliome finden sich im Gesicht, z. B. als Tumoren der äußeren Nase oder als Tumoren des äußeren Ohres. Eine Ausnahme hierzu bildet das Rumpfhaut-Basaliom (oberflächliches Basaliom), das vor allem am Körperstamm entsteht. Auch bei gleichzeitigem Auftreten mehrerer Basaliome (multiple Basaliome) wird der Körper bevorzugt betroffen.

Welche Untersuchungen sind notwendig?

Aufgrund der charakteristischen Wachstumseigenschaften genügt dem Hautarzt zumeist eine Betrachtung mit dem bloßen Auge, um den Verdacht auf die Diagnose "Basaliom" zu äußern.

Ergänzend wird die verdächtige Hautveränderung in stärkerer Vergrößerung mit Hilfe des so genannten Auflichtmikroskops betrachtet. Außerdem kann der betroffene Hautbereich mit Ultraschall untersucht werden. In den letzten Jahren wird zunehmend die photodynamische Diagnostik (PDD) eingesetzt. Dafür wird der befallene Hautabschnitt mit eine speziellen Creme behandelt und anschließend mit einer Schwarzlichtlampe bestrahlt. Erkrankte Hautareale werden so selektiv sichtbar gemacht. Weiterhin kann eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden, um die Diagnose zu sichern.

Bei sehr weit fortgeschrittener Erkrankung geben bildgebende Verfahren wie MRT und Computertomografie Auskunft darüber, ob bereits angrenzende Knochen mit angegriffen wurden.

Operation

Als beste und sicherste Therapie gilt die Operation. Dabei wird der Tumor entfernt und die Schnittränder feingeweblich untersucht. Sollten wider Erwarten an den Schnitträndern Tumorreste zurückgeblieben sein, wird an den entsprechenden Stellen nochmals operiert, um einem Wiederauftreten vorzubeugen.

Da die sichere Entfernung des Tumors im Gesunden unverzichtbar ist, entstehen bei der operativen Entfernung von Basaliomen, insbesondere in späteren Krankheitsstadien, mitunter größere Wunden und Defekte, die dann durch eine Hauttransplantation oder andere chirurgische Verfahren gedeckt werden. Eine nach Abheilung "unsichtbare" Narbe ist daher nicht in jedem Fall zu gewährleisten, wohl aber die größtmögliche Sicherheit, dem Fortschreiten der Krebserkrankung Einhalt geboten zu haben.

Während der Operation kann es zu unerwünschten Blutungen, und im Anschluss daran zu Nachblutungen, Infektionen der Wunde oder Wundheilungsstörungen wie überschießender Narbenbildung (Keloid) kommen. Insbesondere bei aufwendigen Wundverschlusstechniken (Hautransplantation, Rotationslappenplastik) besteht die Gefahr, dass das Gewebe nicht ausreichend durchblutet wird.


Andere Therapieverfahren

Andere Behandlungsformen bleiben in der Regel den Patienten vorbehalten, bei denen eine Operation z. B. aufgrund ihres hohen Alters nicht möglich ist. Diese Behandlungsmöglichkeiten zielen auf eine Zerstörung des Tumorgewebes mit Hilfe unterschiedlicher Verfahren.

An Bedeutung gewinnt die so genannte "photodynamische Therapie“. Bei diesem Verfahren wird für vier Stunden eine Salbe auf die betroffene Haut aufgetragen, deren Inhaltsstoff von den kranken Zellen aufgenommen wird und daraufhin mit rotem bzw. grünem Licht reagiert. Dann wird die vorbehandelte Stelle mit einer entsprechenden Lampe bestrahlt, woraufhin die Zellen zerfallen. Die gesunden Zellen sind von dieser chemischen Reaktion weitgehend unbetroffen. Anschließend bildet sich in der Regel eine Kruste, unter der gesunde Haut nachwächst. Vorteil dieser Methode ist das gute kosmetische Ergebnis.

Möglich ist auch die "Verkochung" des Tumors durch Laser- oder Röntgenstrahlen sowie "Vereisung" durch Einwirkung extremer Kälte mittels einer entsprechenden Kältesonde. Insbesondere beim letzten Verfahren besteht aber, vor allem wenn es an Nase, Ohrmuschel oder Fingern eingesetzt wird, die Gefahr großer und tief greifender Gewebszerstörungen (Nekrosen) durch Erfrierung. Da diese kaum noch zur Abheilung gebracht werden können, sind die kosmetischen Folgen mitunter sehr unerfreulich.

Ebenfalls auf Einzelfälle beschränkt bleibt die Behandlung mit Zytostatika-haltigen Salben, die die bösartigen Zellen zerstören.

Allen diesen Behandlungsmethoden gemeinsam ist der grundsätzliche Nachteil, dass keine Aussagen darüber möglich sind, ob der Tumor vollständig zerstört bzw. entfernt wurde.

Wie gut sind die Behandlungserfolge?

Da Basaliome - von extrem seltenen Ausnahmen abgesehen - nicht metastasieren (also keine Tochtergeschwülste bilden), ist die Prognose gut. In ca. fünf Prozent der Fälle kommt es allerdings zum erneuten Wachstum des Basalioms, davon etwa die Hälfte innerhalb der ersten beiden Jahre nach der Operation. In diesen Fällen ist in der Regel eine abermalige Operation notwendig.

Aufgrund der erheblichen Zerstörungswirkung des Tumors auf das umliegende Gewebe und der bei zunehmendem Wachstum immer schwierigeren Operation, sollte ein Basaliom immer so früh wie möglich behandelt werden.

Welche Auswirkungen hat ein Basaliom auf die Lebensführung?

Nach einer Basaliomerkrankung muss der Betroffene noch konsequenter als ohnehin empfohlen auf Sonnenschutz achten.

Es empfiehlt sich, ein Leben lang etwa einmal im Jahr zu Nachsorgeuntersuchungen beim Hautarzt zu gehen.

Wichtig ist auch, dass der Betroffene sich selbst genau beobachtet und untersucht, und bei auffälligen neu aufgetretenen Hautveränderungen sofort den Arzt aufsucht.

 

 Aktualisierung: 2009

Artikel zu: Hautkrebs

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