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Rückenschulung

Was bedeutet Rückenschulung?

Unter Rückenschulung versteht man Bewegungsübungen, die - regelmäßig durchgeführt - zu einer Änderung des persönlichen Bewegungsverhaltens führen. Ziel ist es, die Wirbelsäule als zentrales Halte- und Stützorgan zu entlasten und das Auftreten von Rückenschmerzen zu vermeiden oder bestehende chronische Beschwerden zu mildern.

In der Regel beinhaltet ein Rückenschulungsprogramm folgende Bausteine:

  • Theoretische Unterrichtseinheiten zu Wirbelsäule, Bandscheiben, Rückenmuskulatur, Bindegewebe und Nerven
  • Theoretische und praktische Unterrichtseinheiten zu rückengerechten Bewegungsabläufen und rückenkräftigender Gymnastik
  • Verhaltensschulende bzw. psychologische Ansätze zur Schmerzbewältigung

Wann sollte man eine Rückenschulung durchführen?

Die meisten der plötzlich auftretenden Rückenschmerzen bilden sich spontan zurück. Lang andauernde oder immer wiederkehrende Schmerzen sollten von einem Arzt abgeklärt werden. Seine Aufgabe ist es, Beschwerden, die durch eine Fehlbelastung entstehen (funktionelle Beschwerden), von organischen Beschwerden (z. B. Bandscheibenvorfall) zu unterscheiden.

Erst wenn nachweislich keine Erkrankung vorliegt, die einer speziellen Therapie bedarf, ist die Teilnahme an einem Rückenschulungsprogramm sinnvoll. Nur derjenige, der wirklich bereit ist, seine Lebensgewohnheiten zu ändern, kann mit einem anhaltenden Erfolg rechnen. Die Rückenschulung ist ein Weg, der mit der Zeit zu Schmerzbesserung oder gar Schmerzfreiheit führt.


Wann sollte eine Rückenschulung nicht durchgeführt werden?

Wie bereits erwähnt, sollten die Ursachen der Rückenschmerzen durch einen Arzt abgeklärt sein.

Eine Rückenschulung sollte unter anderem nicht durchgeführt werden bei:

  • Akute Rückenschmerzen
  • Bandscheibenvorfall mit Nervenausfall
  • Entzündliche Veränderungen der Wirbelsäule
  • Kreislaufstörungen
  • Fieberhafte Infekte
  • Operationen, die nicht länger als ein halbes Jahr zurückliegen
  • Schmerzen während der Programmdurchführung

Bei Unklarheiten sollte immer der Arzt zu Rate gezogen werden.


Wo kann man eine Rückenschulung durchführen?

Rückenschulungsprogramme werden meist unter Anleitung eines erfahrenen Krankengymnasten (Physiotherapeut) vorgenommen. Dieser wird die Schulung entweder in seiner Praxis, in Anbindung an das Gesundheitszentrum eines Krankenhauses oder eine kommunale Einrichtung (z. B. Familienbildungsstätte) durchführen.

Oftmals sind diese Schulungen auch Bestandteil einer ambulanten oder stationären Rehabilitationsmaßnahme.

Bücher, CDs oder Fernsehen können eine gute Grundlage sein, das erworbene Wissen zu vertiefen oder aufzufrischen. Sie können jedoch gerade in der Anfangsphase die Anleitung und Kontrolle durch den Therapeuten nicht ersetzen.


Gibt es Rückenschulungsprogramme für den Arbeitsplatz?

Im Alltagsleben (z. B. beim Bücken und Heben im Haushalt) verhalten wir uns oft falsch. Auch am Arbeitsplatz kommt es zu Fehlhaltungen und ungünstigen Bewegungsabläufen. Die Rückenschulung beinhaltet deshalb meist auch Übungen, die in kurzen Pausen am Arbeitsplatz durchgeführt werden können.

Rückenschulungsprogramme, die am Arbeitsplatz durchgeführt werden, sind nachweislich förderlich für Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Daher bieten einige Arbeitgeber auch spezielle Rückenschulungsprogramme an.


Ist eine apparative Unterstützung bei der Rückenschulung sinnvoll?

Reine Gymnastik kann das apparative Krafttraining nicht ersetzen, so heißt es aus dem Forschungs- und Präventionszentrum (FPZ) in Köln. Dort argumentiert man, dass die menschliche Muskelkraft abhängig von der Position der Gelenke variiert und daher ein optimales Training einzelner Muskelgruppen nur möglich ist, wenn die Gelenke, zwischen denen ein Muskel verläuft, durch Geräte fixiert sind.

In vielen Studios wird mittlerweile eine "Rückenschule" in Gruppenunterricht angeboten. Dieser beinhaltet sowohl Gymnastik- als auch Geräteeinheiten. Jeder sollte für sich selbst entscheiden, ob er seine "Rückenschuleneinheiten" gegebenenfalls auch noch mit Geräten unterstützen möchte.


Wodurch zeichnen sich geeignete Trainer und Einrichtungen aus?

Einen Wegweiser zur Bewertung geeigneter Fitnessstudios hat das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. (DVGS) entwickelt. Folgende Kriterien müssen Studios mit Gütesiegel erfüllen:

Jede Fitnessanlage muss mindestens einen hauptamtlich tätigen sportlichen Leiter mit folgenden Qualifikationen beschäftigen:

  • abgeschlossenes Hochschulstudium im Fach Sport (Diplom, Magister oder Sekundarstufe II)
  • mindestens sechs Monate Berufserfahrung in einer gesundheitsorientierten Fitnesseinrichtung oder einer vergleichbaren Trainingsinstitution
  • regelmäßige sport- und trainingswissenschaftliche Fortbildungsveranstaltungen

Als qualifiziertes Trainerpersonal gelten:

  • staatlich geprüfte Krankengymnasten
  • Sport-Physiotherapeuten
  • staatlich anerkannte Sport- und Gymnastiklehrer
  • DVGS-lizenzierte Fitness-Trainer
  • A-Lizenz-Inhaber der Deutschen Fitnesslehrervereinigung e. V. (dflv)

Kriterien für hochwertige Geräteparks sind:

  • individuell dosierbare Trainingsgeräte
  • mindestens 30 Prozent Ausdauergeräte
  • geprüfte Gerätesicherheit
  • strukturiertes Angebot für Anfänger und Fortgeschrittene
  • verbindliche Angebote zu präventivem Herz-Kreislauftraining, präventivem Rückentraining, Entspannung und Gymnastik
  • Wohlfühl-Atmosphäre
  • Sauberkeit, Hygiene und großzügige Räumlichkeiten

 

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