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Der ideale Computerarbeitsplatz

Großraumbüro bilderbox.comDie richtige Körperhaltung macht's. Wer den ganzen Tag am Bildschirm arbeitet, tut gut daran, sich rechtzeitig um das dafür nötige Mobiliar umzuschauen. Denn nicht alles, was gut aussieht, tut auch Rücken, Augen und Muskeln gut.  

Unser Körper ist nicht für langes Sitzen gemacht. Das merken Sie [allerspätestens!] nach der fünften Stunde Bildschirmarbeit. Was also tun, wenn Sie zu den geschätzten 98% der Bevölkerung gehören, die Ihren Bürojob nicht einfach so aufgeben wollen [können, dürfen]? In erster Linie sollten Sie regelmäßig Bewegung machen; soviel steht fest. Gleich nach der Bewegung kommt das ergonomische Sitzen. Ergonomie ist "die Wissenschaft von der körperlichen Leistungsfähigkeit des Menschen in seiner Arbeitsumgebung und der Anpassung der Arbeitsgeräte an seine Bedingungen" [Langenscheidts Fremdwörterbuch].

Was soviel heißt wie: Richte deinen Arbeitsplatz nach deinen Bedingungen - nicht umgekehrt.

Deshalb an dieser Stelle "die kleine Bürokunde": "Richtiges" Sitzen - "richtiges" Arbeiten.

Der Sessel

Das Wichtigste ist die richtige Körperhaltung. Viele Menschen sitzen bucklig oder schief und klagen abends über Schmerzen im Nacken, in der Schulter oder in einem Teil der Wirbelsäule. Die richtige Sitzposition kann diese Beschwerden verhindern - vorausgesetzt, man fällt nicht nach einer halben Stunde wieder in die vermeintlich bequemere Haltung. Zu Anfang ist die neue Sitzposition natürlich ungewohnt und manchmal verkrampfen sich die Muskeln noch mehr. Schließlich müssen sie jetzt die Wirbelsäule aufrichten, die zuvor einfach nach vorn "geklappt" wurde. Nach einigen Tagen, sollte sich diese neue Haltung allerdings als angenehmer herausstellen, als sie Ihnen zu Anfang erschien. Ist das nicht der Fall, sollten Sie unbedingt Rat bei Ihrem Arzt einholen.

Dynamisches Sitzen

Achten Sie darauf, die Sitzposition so oft wie möglich zu ändern. Mit dem richtigen Sessel ist das kein Problem: Eine flexible Rückenlehne, die bei Druck nach hinten nachgibt, lässt der Wirbelsäule Spielraum. Und durch kräftiges (nicht ruckartiges) Wippen des gesamten Oberkörpers nach hinten, tun Sie auch Ihren Bauchmuskeln was Gutes.

Sitzhöhe

Die Fußflächen beider Füße stehen flach auf dem Boden. Die Höhe der Sitzfläche ist richtig eingestellt, wenn Ober- und Unterschenkel einen Winkel von 90 Grad bilden.

Auch die Unterarme sollten so auf der Tischplatte aufgestützt werden, dass sie in einem 90 Grad-Winkel zu den Oberarmen liegen. Achten Sie darauf, dass eine möglichst große Fläche der Unterarme auf der Arbeitsfläche ruht.

Rückenlehne

Sie hat u.a. die Aufgabe, die Lendenwirbelsäule zu entlasten. Bei guten Arbeitssesseln kann die Lehne im Bereich der Lendenwirbelsäule "herausgedrückt" werden, sodass ein leichter Widerstand an der Lendenwirbelsäule spürbar ist. Die Lehne sollte unbedingt in Höhe und Neigung verstellbar sein [dynamisches Sitzen].

Sitzfläche

Sie darf keinesfalls aus schweißförderndem Material bestehen. [Im Übrigen gilt das ebenso für alle anderen Teile des Sessels.] Sinnvoll sind Sitzflächen mit Kippmechanismus: Damit kann die Sitzfläche nach vorne und nach hinten gekippt werden, was das dynamische Sitzen fördert.

Armstützen sind grundsätzlich empfehlenswert. Sie sollten ein bequemes Aufliegen der Unterarme ermöglichen und gepolstert sein.

Der Arbeitstisch

Der ideale Tisch ist in seiner Höhe verstellbar. Zumindest sollte er eine Höhe haben, die aufrechtes Sitzen ermöglicht und bei der ein Blickwinkel auf den Bildschirm von etwa 30 Grad eingehalten werden kann. D.h. die Oberkante des Bildschirms sollte etwas unter der Augenhöhe liegen, sodass Sie Ihren Kopf ein wenig nach unten neigen müssen.

Die Größe der Tischplatte richtet sich naturgemäß nach den Arbeitserfordernissen und muss flexibles Anordnen der Arbeitsmittel und -vorlagen ermöglichen.

Die Oberfläche darf nicht reflektieren; muss also hell und matt sein. Unterhalb des Tisches sollte die Beinraumhöhe mindestens 65 cm betragen, die Beinraumtiefe mindestens 70 cm, die Breite mindestens 80 cm.

Die Tastatur (Keyboard)

Die vorderste Tastenreihe sollte 5 bis 10 Zentimeter von der Tischkante entfernt liegen, um die Handballen auflegen zu können. In jedem Fall sollte sie mit zu 90 Grad abgewinkelten Armen bequem bedient werden können. Wenn das Keyboard nur gelegentlich verwendet wird, kann der Abstand zur Kante auch etwas größer sein. Eine Handballenauflage [temperaturisoliert] kann vor der Tastatur angebracht werden, um den Höhenunterschied zwischen Tastatur und Tischfläche auszugleichen. In der Regel wird das aber nur bei alten Tastaturen notwendig sein, die mehr als 3 cm hoch sind.

Die Maus (Mouse)

Auch für die Maus gibt es temperaturisolierte Auflagen für die Handballen. Neue Geräte sind allerdings oft so flach, dass eine Auflage nicht notwendig ist.

Halten Sie die Maus nicht zu fest und drücken Sie leicht auf die Tasten; die Muskulatur des Unterarms kann sonst leicht verkrampfen; auch Sehnenscheidenentzündungen können entstehen, wenn Ihr Unterarm übermäßig belastet wird.

Alles neu?

All diese Maßnahmen verlangen sehr selten nach dem Kauf einer neuen Büroeinrichtung. Viele Büromöbel können bereits an vielen Ecken und Enden verstellt und auf die Bedürfnisse der Arbeitenden eingestellt werden. Einfach an ein paar Hebeln ziehen oder ein paar Knöpfe drücken. Kleine Schritte für Sie, aber große Bedeutung für Ihre Wirbelsäule und Ihre Muskeln, ergo für Ihr Wohlbefinden.

Autorin: Bettina Benesch, Aktualisierung: Dr. Gabriela Gerstweiler

 

Artikel zu: Arbeitsplatz
04.02.10

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