Krank per Klick
Klick, klick, klick - unermüdlich dirigiert der Zeigefinger die Computermaus, biegt sich, drückt auf die Maustaste, entspannt sich, wieder und immer wieder, unzählige Male am Tag. Bis es in der Hand kribbelt, das Handgelenk schmerzt, der Arm kraftlos wird. So entsteht ein Mausarm. Ein paar einfache Veränderungen am Arbeitsplatz und öfters zwischendurch Entspannung, dann verschwindet das RSI-Syndrom.
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Sich ständig wiederholende monotone Bewegungsabläufe können leichte Faserzerrungen und -risse verursachen und so ein RSI-Syndrom (Repetitive Strain Injury) hervorrufen. Schon bei einfachsten Belastungen, z. B. dem Heben einer gefüllten Kaffeetasse, kommt es zu belastungsabhängigen Schmerzen, Taubheitsgefühlen, Kribbeln, Ziehen, Muskelkrämpfen, Gelenksteife und Kraftlosigkeit. Die kleinen Läsionen können zunächst noch abheilen. Werden die unvorteilhaften Bewegungsmuster aber beibehalten, kommt es zu chronischen Veränderungen, Sehnenscheidenentzündungen und anhaltende Kraftlosigkeit sind mögliche Folgen. Der Arm schmerzt nun auch in Ruhe.
Rezepte gegen Mausarm: Bewegung, Pausen und ergonomische Arbeitsplätze
Stundenlang verkrampft am PC sitzen, da verkümmert der Bewegungsapparat. Besser ist es, zwischendurch mal im Stehen zu telefonieren oder mit Wegen, z. B. zum Kopierer, das Sitzen zu unterbrechen. Mindestens alle zwei Stunden sollte eine Pause eingelegt werden. Am besten mit durchblutungsfördernden Lockerungsübungen für Hände und Arme, z. B.: Die Arme ausstrecken, die Finger zu sich ziehen, dann wieder öffnen, sie spreizen und schließen, dann die Hände ausschütteln. Entspannung ist notwendig, denn auch Stress spielt eine Rolle bei der Entstehung eines RSI-Syndroms.
Wichtig ist, welche Position man am Arbeitsplatz einnimmt. Idealerweise sollte zwischen Ober- und Unterarm ein rechter Winkel bestehen. Sich weit zurücklehnen verstärkt die Belastung für Handgelenke und Ellenbogen, auf der Stuhlkante zu sitzen ist ebenso ungünstig. Besser: Die ganze Stuhlfläche ausnützen und nicht zu weit nach vorne rutschen, die Beine stehen flach auf dem Boden, der Kopf bildet die Verlängerung der Wirbelsäule und ist weder gedreht noch abgeknickt. Auch auf die richtige Kleidung kommt es an: zu enge Ärmel z. B. behindern die Durchblutung der Hände.
Die Bedienung der Maus muss nicht immer in derselben Weise, nämlich mit dem Zeigefinger immer der gleichen Hand erfolgen. Gelegentlich mit der anderen Hand die Maus führen und ein häufiger Wechsel zwischen Tastatur und Maus beugen einer einseitigen Belastung vor. Einige Funktionen der Maus lassen sich auch mittels Tastenkommandos ausführen. Shortcuts (Tastenkombinationen) ersparen Tastenanschläge. Besonders belastend sind Doppelklicks. Sie lassen sich aber umgehen, z. B. indem man die Funktion „Doppelklick" auf eine andere Maustaste verlagert, dann genügt ein Einfachklick für denselben Effekt. Übrigens: Die Zehn-Finger-Methode verteilt die Belastung der Hände gleichmäßiger als das Tippen nach dem „Adler-Such-System"
Ob ein Bildschirmarbeiter ein RSI-Syndrom entwickelt, hängt nicht nur von seiner Arbeitsweise, sondern auch von der Gestaltung seines Büroplatzes ab. Ein physiologisch ungünstig ausgestatteter Arbeitsplatz kann alle Maßnahmen zur Verhinderung einer Überlastung des Bewegungsapparates zunichte machen.
Tastaturfüßchen provozieren eine Abwinklung der Hände nach oben und sollten eingeklappt werden. Tastaturen mit leicht nach innen gestellten Tasten und Auflagen für die Handballen sorgen z. B. für eine entspanntere Stellung der Hände beim Arbeiten. Entscheidend ist auch, wo die Maus liegt: Die meisten Tastaturen sind breiter als der natürliche Schulterabstand. Liegt die Maus neben der Tastatur, gerät sie automatisch außerhalb dieser Schulterbreite und erzwingt so eine ungünstige Körperhaltung. Nur wenige Tastaturen haben rechts keinen Zahlenblock und sind deshalb schmäler, sodass die Maus mühelos körpernah geführt werden kann.
Krank durch zuviel Klicks - was nun?
Neben der arbeitsgerechten Umgestaltung des Büroplatzes, der Einhaltung von Pausen und der Aneignung einer für den Bewegungsapparat günstigeren Arbeitsmethodik unterstützen physikalische (Wärme, Kälte, Bestrahlung, Bewegungsbäder, Massagen) und medikamentöse Behandlungen (z. B. Schmerzmittel) sowie Bewegungsübungen die Rückbildung eines RSI-Syndroms. Konsequenz ist gefragt. Wer nach Abheilung eines Mausarms nicht auf eine entspanntere Arbeitstechnik achtet, hat ihn bald wieder.
Autorin: Dr. Gabriela Gerstweiler








