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Aspartam ist sicher

Süßstoff 3 bilderbox.comItalienische Forscher schlossen aus ihren Studien an Ratten, dass der Süßstoff Aspartam das Risiko für Krebs erhöhen kann. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die Daten geprüft und kam zu dem Ergebnis: Aspartam ist sicher.

Aspartam wurde vor über 20 Jahren als Süßstoff für Lebensmittel zugelassen. Seitdem zogen zahllose Studien übers Land - mit guten und schlechten Ergebnissen für den Zusatzstoff. 2002 attestierte das Scientific Commitee on Food (SCF) der Substanz mit der E-Nummer 951 Unbedenklichkeit, nun schließt sich auch die EFSA dieser Meinung an. "Es ist weder notwendig, die Sicherheit von Aspartam neu zu bewerten, noch die derzeit gültige akzeptable tägliche Aufnahmemenge (ADI-Wert) zu korrigieren", so die Behörde am 5. Juni in einer Aussendung. Der ADI-Wert für Aspartam liegt derzeit bei 40 mg/kg Körpergewicht. Wichtig sei auch zu erwähnen, dass Europäer pro Tag und Kilogramm Körpergewicht durchschnittlich bis zu 10 mg Aspartam zu sich nehmen - eine Menge, die weit unter dem ADI-Wert liege.

Die Aspartam-Studie  

Das Team um Morando Soffritti vom Cesare Maltoni Cancer Research Center in Bologna fütterte 1.500 Ratten täglich mit Aspartam in Dosen zwischen 4 mg und 5.000 mg pro kg Körpergewicht. Als Kontrollgruppe dienten 300 Tiere, die kein Aspartam erhielten. Die Studie startete in der achten Lebenswoche der Ratten und endete mit dem Tod des letzten Tieres nach 159 Wochen. Danach wurden die Nager untersucht. Die Ratten aus der Aspartam-Gruppe zeigten "beträchtliche Hinweise auf bösartige Karzinome einschließlich Lymphome, Leukämien und Tumoren in verschiedenen Organen", so die Forscher.

Methodische Schwachpunkte

Alles in allem sei die Studie sensitiver als ihre Vorgänger, so die EFSA: Es wurden mehr Tiere untersucht und eine größere Zahl unterschiedlicher Aspartamdosen verglichen. Dennoch fand die Behörde einige Kritikpunkte.

Bei den Ratten aus der Aspartamgruppe entdeckten die Forscher mehr Lymphome und Leukämien als bei Tieren in der aspartamfreien Vergleichsgruppe. Diese Erkrankungen lassen sich laut EFSA allerdings weniger dem hohen Aspartamkonsum zuordnen als Entzündungen in der Lunge, an denen die meisten Ratten schon vor Beginn der Studie litten. Außerdem erhöhte sich die Krebsrate mit steigender Aspartamdosis nicht.

Laut den italienischen Forschern stieg in der Studie auch die Zahl der Nieren-, Harnleiter- und Blasenkrebserkrankungen. Für die EFSA liegt die Ursache dafür allerdings weniger im Aspartam als in Dysbalancen im Kalziumstoffwechsel, die bei Ratten auch nach der Einnahme von hohen Dosen anderer chemischer Substanzen beobachtet wurden. Diese Ergebnisse haben laut EFSA also "keine Relevanz für Menschen."

Auch der Zusammenhang zwischen Aspartam und Tumoren der peripheren Nerven geht laut EFSA aus der Studie nicht hervor.

Endgültig geklärt ist die Causa Aspartam vermutlich auch nach dieser Bewertung nicht. Es werden Studien folgen, die den Zusammenhang von Krebs und Aspartamkonsum nahe legen und solche, die ihn bestreiten. Bei einem derart häufig eingesetzten Zusatzstoff wie Aspartam steht immer wieder die Frage im Raum, ob nicht möglicherweise wirtschaftliche Interessen die wissenschaftlichen überragen.

Autorin: Bettina Benesch, Aktualisierung: Dr. Gabriela Gerstweiler

 

Artikel zu: Süßstoff
04.03.09

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